Wirtschaftskrise belastet pfälzisches Handwerk

Umfrage der Handwerkskammer der Pfalz zur Frühjahrskonjunktur

Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise sind auch in den pfälzischen Handwerksbetrieben spürbar. Zu diesem Ergebnis kommt die Frühjahrskonjunkturumfrage der Handwerkskammer der Pfalz bei rund 2.000 Handwerksunternehmen im Kammerbezirk.

Demnach bewerten 59,2 Prozent (2008: 69 Prozent) aller Betriebe die aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. 62,2 Prozent (2008: 76,3 Prozent) prognostizieren dies für die zukünftige Geschäftslage des eigenen Unternehmens. Die branchenbezogenen Umfrageergebnisse zeigen jedoch, dass nicht alle Berufsgruppen im gleichen Maße von der angespannten Wirtschaftslage betroffen sind. Die Maßnahmen der Konjunkturpakete I und II entfalten hier selektiv Wirkung. Allem voran die Umweltprämie für Altfahrzeuge, die verstärkt zur wirtschaftlichen Entlastung der in den letzten Jahren arg gebeutelten Kfz-Branche beiträgt. So beschreiben 62,4 Prozent (2008: 57,4 Prozent) der befragten Kfz-Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend, während dies bei den Nahrungsmittelhandwerken lediglich 45,4 Prozent (2008: 68,5 Prozent) empfinden.

Besonders deutlich zeigt sich die Abschwächung der Konjunktur in der Entwicklung der betrieblichen Umsätze. 57,8 Prozent (2008: 46,7 Prozent) der befragten Unternehmen berichten von rückläufigen Umsatzzahlen gegenüber dem Vorquartal. 42 Prozent (2008: 25,7 Prozent) erwarten eine ähnlich negative Entwicklung auch für die kommenden Geschäftszeiten. Auffallend sind die Angaben der Nahrungsmittelbranche bzw. der Handwerke des gewerblichen Bedarfs. So vermelden 76,1 Prozent (2008: 54,2 Prozent) bzw. 52,8 Prozent (2008: 31,8 Prozent) der entsprechenden Betriebe gesunkene Umsätze. 42,8 Prozent (2008: 22,8 Prozent) bzw. 40,2 Prozent (2008: 11,3 Prozent) rechnen auch zukünftig mit einer Verschlechterung. Während der Einbruch des Exportgeschäfts dabei insbesondere die Zulieferer belastet, haben die Nahrungsmittelproduzenten verstärkt mit einer wachsenden Verunsicherung der Verbraucher und einem geänderten Nachfrageverhalten zu kämpfen.


Spürbar wird die Wirtschafts- und Finanzkrise auch bei der Frage nach der Betriebsauslastung. In 75,2 Prozent der Unternehmen (2008: 70,2 Prozent) liegt die Betriebsauslastung im Durchschnitt des Quartals unter 80 Prozent. Tendenz: weiter fallend. Entgegen dem allgemeinen Trend ist der durchschnittliche Auftragsbestand im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres leicht angestiegen. Er beläuft sich auf 5,3 Wochen. Im Vergleichszeitraum 2008 lag er bei 5,1 Wochen. Verantwortlich hierfür dürfte die Schlechtwetterphase zu Beginn des Jahres sein, durch die gerade im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe die Auftragsbücher noch überwiegend gefüllt sind. Jedoch rechnen nahezu 30 Prozent aller Handwerksbetriebe (2008: 13,8 Prozent) mit einem sinkenden Auftragsvorlauf im weiteren Geschäftsjahr. Zudem ist zu erwarten, dass sich die in vielen Betrieben eingeführte Kurzarbeit sowie witterungsbedingt aufgetretene Liquiditätsengpässe nachteilig auf das Jahresergebnis auswirken werden.


Die Verteuerung der Einstandspreise für Rohstoffe, die in den vergangenen Jahren die Konjunkturaussagen maßgeblich geprägt hat, spielt im ersten Quartal 2009 hingegen eine eher untergeordnete Rolle. 57,1 Prozent (2008: 37,5 Prozent) aller befragten Unternehmen geben an, zumindest stagnierende Preise auf den Beschaffungsmärkten vorzufinden. Die Verkaufspreise jedoch unterliegen insbesondere in den krisenbehafteten Gewerken einem verstärkten Wettbewerbsdruck. So geben 32,8 Prozent (2008: 9 Prozent) der gewerblichen Zulieferbetriebe und 18,1 Prozent (2008: ein Prozent) der Nahrungsmittelhersteller an, ihre Preise im Laufe des ersten Quartals nach unten angepasst zu haben.