Pfälzisches Handwerk trotz Krise stabil
Konjunkturumfrage der Handwerkskammer der Pfalz für Herbst 2009
Die weltweit angespannte wirtschaftliche Entwicklung geht nicht spurlos am Handwerk vorbei. Jedoch hat sich das pfälzische Handwerk nach der getrübten Stimmung im Frühjahr dieses Jahres stabilisiert. In einzelne Branchen greifen die Maßnahmen der Konjunkturpakete, wie die Abwrackprämie, das Konjunkturpaket II oder das energetische Gebäudesanierungsprogramm.
Zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage sind nach der Erhebung 75,9 Prozent der Befragten (2008: 72,7 Prozent). Die Beurteilung der aktuellen sowie der zukünftigen Geschäftslage fällt in den einzelnen Handwerksbereichen dabei erwartungsgemäß unterschiedlich aus. So vermelden von den Betrieben für den gewerblichen Bedarf (Feinwerkmechaniker, Metallbauer, Elektromaschinenbauer), die in den letzten Jahren stets die besten Einschätzungen abgaben, aktuell noch 80,7 Prozent eine positive Beurteilung ihrer Geschäftslage (Vorjahr: 88,5 Prozent).
Sehr erfreulich ist die im Vergleich zum Herbstquartal 2008 verbesserte Grundstimmung im Bauhauptgewerbe. 77 Prozent der befragten Betriebe schätzen hier ihre wirtschaftliche Situation als positiv ein, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um sieben Prozentpunkte entspricht. Erstmalig seit geraumer Zeit liegt man somit wieder auf einem vergleichbaren Niveau mit den Ausbauhandwerkern (Maler und Lackierer, Heizungsbauer oder Elektrotechniker), von denen relativ unverändert 76,4 Prozent (2008: 75,5 Prozent) ihre aktuelle Geschäftslage als zumindest zufrieden stellend beurteilen. Die Einschätzung der Betriebe im Gesundheitsgewerbe liegt mit 70 Prozent ebenfalls auf dem Vorjahresniveau.
Bei den Befragten aus der Kfz-Branche sind es 68,1 Prozent (44,7 Prozent), die eine gute oder zufrieden stellende Geschäftslage angeben. Hier hat insbesondere die Abwrackprämie für ein deutlich besseres Ergebnis als noch im Vorjahr gesorgt. Die beste Einschätzung geben indes die Handwerker aus dem Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen ab, zu denen Friseure, Fotografen und Kosmetiker zählen. Hier melden aktuell 86,3 Prozent (2008: 74,2 Prozent) eine zumindest zufrieden stellende Geschäftslage. Eher verhalten fällt hingegen die Beurteilung durch die Nahrungsmittelhandwerker aus. Der Anteil der Betriebe mit einer zufrieden stellenden Geschäftslage liegt hier lediglich bei 52,1 Prozent - im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Rückgang um acht Prozentpunkte.
Verhaltener sind dagegen die Angaben zu den Umsätzen und den Umsatzerwartungen. 21,7 Prozent der Befragten konnten gestiegene Einnahmen gegenüber dem Vorquartal verbuchen (2008: 20,3 Prozent). 34,6 Prozent (2008: 30,7 Prozent) der Betriebe vermelden rückläufige Umsätze. Für die Zukunft rechnen 65,4 Prozent (2008: 68,5 Prozent) mit zumindest gleich bleibenden Umsatzerlösen. Zuversichtlich stimmen allerdings die Angaben zum Beschaffungsmarkt. So berichten 70,7 Prozent der Betriebe von stabilen oder gesunkenen Einkaufspreisen (2008: 39,1 Prozent) und 63,2 Prozent rechnen auch für die nahe Zukunft mit zumindest stagnierenden Einkaufspreisen (2008: 38 Prozent). Jedoch verzeichnen 16,5 Prozent auch eine negative Entwicklung der Verkaufspreise (2008: 11,6 Prozent). Insbesondere scheinen hiervon die gewerblichen Zulieferbetriebe (25,9 Prozent) sowie einmal mehr die Nahrungsmittelhandwerker (13 Prozent) betroffen zu sein.
Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten und die Auftragsreichweite der pfälzischen Handwerksbetriebe haben sich gegenüber dem dritten Quartal 2008 geringfügig verbessert. So geben in der aktuellen Herbstumfrage 59 Prozent der Befragten eine Betriebsauslastung von mindestens 70 Prozent an (Vorjahr: 57,8 Prozent). Die Auftragsreichweite hat sich von 5,7 Wochen im vergangenen Herbst auf jetzt 6,1 Wochen erhöht. Am stärksten ausgelastet sind zurzeit die Betriebe der Bauhaupt- sowie der Ausbaugewerbe, von denen gut zwei Drittel einen Auslastungsgrad von 70 bis 100 Prozent vorweisen können (2008: 62,6 Prozent). Im Bereich der gewerblichen Zulieferer und der Gesundheitshandwerker ist hingegen sowohl eine tendenzielle Verkürzung der Auftragsvorlaufzeiten als auch eine vergleichsweise schwächere Auslastung der betrieblichen Kapazitäten feststellbar.
In der Summe resultiert hieraus ein leicht rückläufiger Auftragsbestand. Verzeichneten vor einem Jahr noch 70,8 Prozent der Befragten einen konstanten oder gestiegenen Auftragsbestand gegenüber dem Vorquartal, so sind es aktuell 67,4 Prozent. Für die zukünftige Entwicklung der betrieblichen Auslastung rechnen nahezu unverändert 71 Prozent (2008: 72 Prozent) mit einer zumindest konstanten Auftragslage. Im Ergebnis auffällig sind dabei neben prognostizierten Auftragsrückgang im Kfz-Bereich (Wegfall der Abwrackprämie) die durchweg sehr positiven Einschätzungen der Betriebe des persönlichen Dienstleistungsbereichs. Aber auch die gewerblichen Zulieferbetriebe rechnen mit einer Belebung der Konjunktur.