Vollversammlung der Handwerkskammer der Pfalz wählt neue Präsidentin

08.12.2009

Brigitte Mannert Nachfolgerin von Dech

An der Spitze der Handwerksorganisation der Pfalz steht erstmals eine Frau. In der konstituierenden Sitzung der Vollversammlung der Handwerkskammer der Pfalz für die Wahlperiode 2009/2014 wurde die bisherige Vizepräsidentin Brigitte Mannert zur Präsidentin und damit zur Nachfolgerin von Walter Dech gewählt.
 
In der geheimen Abstimmung erhielt Brigitte Mannert 26 von 40 möglichen Stimmen. Auf ihren Gegenkandidaten, den Speyerer Bauunternehmer Frank Dupré, entfielen 12 Stimmen. In das Amt des Vizepräsidenten auf Arbeitgeberseite wurde Bezirksschornsteinfegermeister Dieter Schnitzer aus Altenglan berufen. Als Vizepräsident der Arbeitnehmerseite wurde Straßenbauermeister Michael Lehnert aus Münchweiler bestätigt. Für seine großen und langjährigen Verdienste um das pfälzische Handwerk wurde Walter Dech von der Vollversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt.
 
In den Vorstand der Handwerkskammer der Pfalz wurden gewählt: Für die Seite der Selbstständigen: Josef Burger (Elektroinstallateurmeister aus Pirmasens), Matthias Kemmer (Kraftfahrzeugtechnikermeister aus Speyer), Dirk Fischer (Tischlermeister aus Neustadt), Wolfgang Sofsky (Bauunternehmer aus Zweibrücken), Otto Löffel (Diplom-Kaufmann aus Herxheim) und Willi Renner (Bäckermeister aus Ludwigshafen). Für die Arbeitnehmerseite: Peter Ballweber (Kraftfahrzeugmechaniker aus Gossersweiler), Thomas Reidenbach (Maschinenbauer aus Pirmasens) und Michael Strunk (Bäckermeister aus Katzweiler).
Mannert tritt die Nachfolge von Walter Dech an. Der 72-jährige Maler- und Lackierermeister hatte sich nach zehn Jahren Amtszeit nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen. Die neue Präsidentin der Handwerkskammer ist bereits seit 2004 Mitglied der Vollversammlung und seitdem hat sie auch das Amt der Vizepräsidentin inne. Seit 1986 ist sie in Alsenz als Friseurmeisterin selbstständig und von 2000 bis 2004 war sie als Obermeisterin der Friseur-Innung Donnersbergkreis tätig. Als Präsidentin wolle sie ihre Amtsführung an den Bedürfnissen der Betriebe orientieren, sagte Mannert bei ihrer Vorstellung vor der Vollversammlung. Gleichfalls liege ihr am Herzen, mehr Jugendliche für einen Handwerksberuf zu interessieren. Durch die demografische Entwicklung mache sich bereits jetzt ein Nachwuchsmangel bemerkbar, der sich noch verschärfen werde.  Und mit der Politik wolle sie „einen Dialog auf Augenhöhe führen".
 
Auf den drohenden Lehrlingsmangel hatte zuvor auch der scheidende Kammerpräsident in seiner letzten Grundsatzrede vor der Vollversammlung hingewiesen. Trotz hoher Ausbildungsbereitschaft könnten im pfälzischen Handwerk bereits jetzt zahlreiche Lehrstellen nicht mehr besetzt werden. Dies belege auch die Zahl der neu eingetragenen Lehrverträge, die im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent zurückgegangen sei. Um diesem Engpass zu begegnen, könne es künftig nicht mehr darum gehen, immer mehr Ausbildungsplätze für immer weniger Bewerber zu akquirieren. Stattdessen wolle das Handwerk den Ausbildungspakt zu einem „Pakt zur Fachkräftesicherung" weiterentwickeln, sagte Dech. Zurückblickend auf seine letzte Amtsperiode zog Dech für die Arbeit der Handwerkskammer eine positive Bilanz. In dieser Zeit sei es gelungen die Berufsbildungs- und Technologiezentren in Ludwighafen und Kaiserslautern auf den neusten Stand der Technik zu bringen und die Kammer mit der Einrichtung eines Kunden-Centers für die Herausforderungen der Zukunft aufzustellen. Dech bedankte sich bei den Gremien der Kammer, bei Geschäftsführung und Personal für die sehr gute und produktive Zusammenarbeit und wünschte seiner Nachfolgerin eine „glückliche Hand - zum Wohle des pfälzischen Handwerks".
 
Über den Stand der bundesweiten Image-Kampagne informierte Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich. Für seine Verdienste um das Handwerk wurde das Vollversammlungsmitglied, Bäckermeister Willi Renner aus Ludwigshafen, mit der Goldene Ehrennadel ausgezeichnet. Der Wirtschaftsplan, den die Vollversammlung für 2010 verabschiedete, beläuft sich auf 18,8 Millionen Euro.