03.11.2010Kaum Bedarf für Lehrstellen

Chancengarantie: Handwerkskammer der Pfalz vermittelt zwölf Jugendlichen ein Ausbildungs- oder Praktikumsangebot

Für das Handwerk ist auf dem Ausbildungsmarkt eine deutliche Entspannung festzustellen. Nur noch wenige unversorgte Bewerber suchen einen Ausbildungsplatz in einem Handwerksberuf. Das hat jetzt die Nachvermittlungsaktion "Chancengarantie" bestätigt, die jährlich in Zusammenarbeit von Arbeitsagentur, Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer durchgeführt wird.

Bezogen auf  Handwerksberufe hatten sich 13 Jugendliche angemeldet. Zur Nachvermittlung erschienen waren zwölf Jugendliche. Allen diesen Jugendlichen, die sich im Vorfeld für einen Handwerksberuf interessiert hatten, konnten die Ausbildungsakquisiteure der Kammern oder die Ausbildungsberater der Agentur für Arbeit ein Angebot unterbreiten. An fünf Jugendliche konnte ein Ausbildungsplatzangebot vermittelt werden, sieben erhielten ein Angebot für einen Praktikumsplatz zur Einstiegsqualifizierung.

Zu der Nachvermittlungsaktion waren von der Agentur für Arbeit insgesamt 187 unversorgt gebliebene Jugendliche angeschrieben und zu einem persönlichen Beratungs- und Vermittlungsgespräch eingeladen worden, für das sich 67 Ausbildungsplatzsuchende angemeldet hatten. Davon erschienen 50 zur persönlichen Beratung und Vermittlung in den Berufsbildungseinrichtungen der Handwerkskammer der Pfalz und der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz in Kaiserslautern, Ludwigshafen, Landau und Pirmasens.

Eine Unterteilung nach Arbeitsagenturregionen ergibt für das Handwerk und die nachgefragten Handwerksberufe folgende Ergebnisse: In Kaiserslautern wurden drei Jugendliche, in Ludwigshafen fünf Jugendliche, in Landau drei Jugendliche und in Pirmasens ein Jugendlicher in eine Ausbildung oder in ein Praktikum vermittelt.

Nach Auffassung des Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer der Pfalz, Ralf Hellrich, wird an dem Ergebnis deutlich, dass der demografische Wandel im Handwerk angekommen ist. Das Handwerk habe in diesem wie auch schon in den Vorjahren "seine gesellschaftliche Verantwortung erfüllt, jedem ausbildungsbereiten Bewerber eine Ausbildung anzubieten". Allerdings komme es in Zukunft verstärkt darauf an, "Handwerksbetriebe auf die knapper werdende Zahl an Schulabgängern hinzuweisen und sie davon zu überzeugen, dass sie heute ihren Fachkräftebedarf für morgen sichern müssen", so Hellrich in einem Pressegespräch.

Auch der Leiter der Arbeitsagentur Kaiserslautern, Hans-Joachim Omlor, sprach sich dafür aus, die Nachvermittlungsaktion trotz sinkender Bewerberzahlen weiterzuführen. Damit soll deutlich werden, "dass kein Lehrstellenbewerber alleine gelassen wird und jeder eine Ausbildungschance bekommt". Allerdings, so räumte Omlor ein, müssten in Zukunft "die Betriebe noch stärker als bislang dafür sensibilisiert werden, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen".