Bedarf an Beratung und Unterstützung nimmt zu

Betriebsberater der Handwerkskammer der Pfalz ziehen Bilanz für das Jahr 2008

Der Bedarf an kompetenter Beratung und Unterstützung bei kaufmännischen und betrieblichen Problemstellungen hat auch 2008 wieder zugenommen. So führten die fünf betriebswirtschaftlichen Berater der Kammer insgesamt 871 Einzelberatungen mit einer Dauer von mehr als drei Stunden durch. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 6,5 Prozent.


Die Beratungsschwerpunkte verschoben sich jedoch. So ging die Zahl der Gründungsberatungen nochmals deutlich zurück. Sie machten mit 213 Beratungen nur noch knapp ein Viertel aller Beratungsfälle aus. Wegen der bis ins Spätjahr hinein recht günstigen Situation auf dem Arbeitsmarkt  blieb die Gründungsbereitschaft bei qualifizierten handwerklichen Nachwuchskräften niedrig. Nach wie vor regen Zulauf hatten dagegen die zulassungsfreien und handwerksähnlichen Gewerke, wobei die Gründer jedoch oftmals ihren latenten Beratungsbedarf gar nicht erkennen. Ebenfalls rückläufig (Minus 15 Prozent) war die Zahl der von den Beratern abgegebenen Gutachten zu Anträgen auf Gründungszuschuss der Arbeitsverwaltung.


Immer weniger Handwerksbetrieben gelingt es, die über Jahrzehnte hinweg geschaffenen Werte an einen Nachfolger zu übertragen. Aufgrund sich immer schneller ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und fehlender Anpassungen seitens der Geschäftsführung sind leider viele Handwerksbetriebe nicht mehr übergabefähig. Hinzu kommt die rückläufige Nachfrage von potenziellen Jungunternehmern aufgrund der demographischen Entwicklung und der 2008 noch günstigen konjunkturellen Situation. So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Zahl der Beratungen zum Thema „Betriebsnachfolge" rückläufig war. Hatten 2007 noch 159  Beratungen diese Thematik zum Gegenstand, waren es 2008 lediglich 148 Fälle.


Immer stärker nachgefragt wurden dagegen Controllingberatungen, Hilfestellungen beim EDV-Einsatz im Betrieb und der Verbesserung der Auftragsorganisation sowie Marketingberatungen. Das 2007 von der Betriebsberatung erstmals durchgeführte Controllingprojekt wurde 2008 mit einer Gruppe von Unternehmen erfolgreich fortgesetzt. In diesem Zusammenhang wurde ein Programm zur Auftragssteuerung und -planung für kleine und mittlere Bau- und Ausbaubetriebe weiter entwickelt und bei zahlreichen Betrieben als Controllinginstrument implementiert.


Als neues Beratungsfeld wurde die Wirtschaftsmediation in das Leistungsangebot aufgenommen. Damit bietet die Handwerkskammer der Pfalz seit Mitte 2008 ihren Mitgliedsbetrieben auch die Möglichkeit an, Streitigkeiten im Wege einer Mediation beizulegen.


Gegen Ende des Geschäftsjahres 2008 stieg auch die Zahl der Beratungen als Folge von Liquiditäts- und Finanzierungsproblemen wieder merklich an. Erkennbar war eine zunehmende Zurückhaltung des Kreditgewerbes aufgrund der Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise. Mit Hilfe der Betriebsberatung konnten jedoch verschiedene Sanierungskonzepte erfolgreich umgesetzt und zahlreichen Handwerksbetrieben zu den notwendigen Betriebsmitteln verholfen werden. Positiv wirkte sich dabei auch die enge Verzahnung mit der Bürgschaftsbank des rheinland-pfälzischen Handwerks, der KGG-Handwerk, aus. In 23 Fällen wurden Stellungnahmen zu Bürgschafts- oder Garantieanträgen abgegeben und damit zur Besicherung der Finanzierung beigetragen.