Roadshow

Digitalisierung muss sich lohnen

Innovationspfad Digitales Bauen macht Station im Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer in Kaiserslautern

Vom digitalen Fahrtenbuch über das cloudgestützte Betriebsmittel-Verwaltungssystem bis hin zur Drohnentechnologie: Die Roadshow zum Thema „Digitales Bauen“, die im November im Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer in Kaiserslautern Station machte, zeigte, wie sehr die digitale Technik im Bausektor bereits Einzug gehalten hat.

In den Werkstätten der Straßenbauer, Maurer, Stuckateure, Fliesenleger, Zimmerer und Tischler informierten sich Bauunternehmer in einem begehbaren Parcours über die Chancen, die die Digitalisierung im Bau- und Ausbaugewerbe bietet. So staunten die Teilnehmer über den 360-Grad-Scanner, der in kürzester Zeit den gesamten Raum vermessen kann und über das Kreuzlinien-Lasergerät, das mittels umlaufender Laserlinien eine Nivellierung ermöglicht. Die Kombination der Geräte mit Apps auf dem Tablet oder Smartphone macht die Anwendung komfortabel. In der Zimmerer-Werkstatt wurde gezeigt, wie ein Modell mit Hilfe von Drohnentechnologie dreidimensional abgebildet und die Daten direkt an die Fertigung weitergeleitet werden können. Ein spezielles Tool mit einer Stücklistenermittlung im Hintergrund erleichtert die Planung und Kalkulation des Auftrags. Auch aktuelle Kalkulations- und Angebotssoftware, die die Daten der Großhändler selbständig übernimmt und aktualisiert sowie ein 3D-Planungsprogramm zur Fotodokumentation am Bau gehören heute zum Standard und erleichtern die Abwicklung der betrieblichen Prozesse.

Über das Building Information Modeling (BIM) informierte Silvia Berger vom Kompetenzzentrum Digitales Bauen, das als Mitveranstalter im Boot war. Sie erläuterte die Vorteile des „digitalen Zwillings des Gebäudes“: „Das BIM-Modell wächst mit der Ausführung des Gebäudes und dient Architekten und Handwerker als optimaler Begleiter durch die Bauphase und auch noch danach.“ Steffen Kluge, technischer Leiter des BTZ, erklärte, dass eine lückenlose Dokumentation der Bauausführung im BIM auch Grundlage für das Gebäudemanagement sei, da man auch nach Jahren noch rekonstruieren könne, welcher Werkstoff wo verbaut wurde. Zudem habe es den Vorteil, dass jeder am Bau Beteiligte über die gleichen Informationen verfüge. Allerdings müsse sich das BIM-System im Handwerk noch mehr durchsetzen, damit es Zeit- und Personalersparniseffekte entfalten könne.

„Digitalisierung muss sich lohnen und darf nicht dem Selbstzweck dienen“, so die Botschaft des Tages. Jeder Unternehmer muss für sich entscheiden, ob er Verbesserungspotenzial in seinem Betrieb sieht. Fakt ist jedoch, dass innovative und attraktive Unternehmen die Auftragslage mit digitalen, auf den speziellen Bedarf zugeschnittenen Helfern die Kundenaufträge schneller, präziser und einfacher abarbeiten und sich dadurch Wettbewerbsvorteile schaffen können. Darüber hinaus weist sich der digitale Betrieb als attraktiver Arbeitgeber aus, wenn es um Nachwuchskräftegewinnung geht.