Erfinder, Techniker, Manager und Ausbilder in einer Person
Handwerkskammer der Pfalz verabschiedete 253 erfolgreiche Jungmeisterinnen und Jungmeister des Prüfungsjahrganges 2012
Bei der traditionellen Meisterfeier der Handwerkskammer der Pfalz haben vor über 1.000 Besuchern im Pfalzbau in Ludwigshafen 253 erfolgreiche Jungmeisterinnen und Jungmeister des Prüfungsjahrganges 2012 ihre Meisterbriefe in Empfang genommen. Festrednerin war die Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz, Brigitte Mannert.
Mannert beglückwünschte die Jungmeisterinnen und Jungmeister zu einer Fortbildung, die sie dazu in die Lage versetze „unternehmerisch handeln und Lehrlinge ausbilden zu können“. Sie lobte die Lern- und Leistungsbereitschaft der jungen Handwerkerinnen und Handwerker mit dem Hinweis darauf, dass sie nach dem Schulabschluss und der Gesellenprüfung „die dritte Herausforderung gemeistert und damit den Gipfel der beruflichen Bildung erklommen haben“.
Vor dem Hintergrund der Gleichstellung von Meister- und Technikerabschlüssen mit dem Bachelor im Deutschen Qualifikationsrahmen verwies die Kammerpräsidentin darauf, dass der Meister „Erfinder, Techniker, Manager und Ausbilder in einer Person“ sei, einen Abschluss vorweisen könne, „der international gefragt ist“, und damit sicherstelle, dass „Qualität, Kompetenz, Verantwortung und Wissen an nachfolgende Generationen weitergegeben werden“. Die Gleichstellung mit dem Bachelor sei deshalb berechtigt und „ein Signal, dass hochwertige Bildungsabschlüsse nicht nur über die Hochschulen, sondern auch über die berufliche Bildung möglich sind“.
Im politischen Teil ihrer Rede ging Mannert auf den Nachwuchs- und Fachkräftemangel im Handwerk ein. Vor dem Hintergrund rückläufiger Ausbildungszahlen, geringer werdender Schulabgängerzahlen und des demografischen Wandels sei die „zentrale Herausforderung des Handwerks in den kommenden Jahren, seinen Nachwuchs- und Fachkräftebedarf zu sichern“. Voraussetzung dafür sei, das duale Berufsbildungssystem zu stärken, das das „eigentliche Erfolgsgeheimnis unserer Wettbewerbs- und Exportfähigkeit ist“.
In diesem Zusammenhang fordert Mannert, die berufliche Bildung in den Mittelpunkt der Bildungspolitik zu rücken. Das „Abitur für alle“ zu versprechen, sei die „falsche Strategie“ und eine hohe Studentenquote, sage „überhaupt nichts über die Qualität eines Bildungssystems und die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft aus“. Stattdessen sei es unerlässlich, „die Berufsorientierung und Berufswahlbegleitung in den allgemeinbildenden Schulen zum zentralen Element des Unterrichts zu machen“. Schule solle nicht nur „gesellschaftsfähig“, sie müsse auch „beschäftigungsfähig“ machen, sagte Mannert.
Als Prüfungsbeste des Meisterprüfungsjahrganges 2012 wurden ausgezeichnet: Florian Albus, Schornsteinfegermeister, Diez; Sascha Bergsträßer, Kraftfahrzeugtechnikermeister, Kreimbach-Kaulbach; Volker Böshans, Stuckateurmeister, Bundenthal; Andreas Brenneisen, Maurer- und Betonbauermeister, Kaiserslautern; Tobias Dautermann, Metallbauermeister, Bad Sobernheim; Christoph Engel, Karosserie- und Fahrzeugbauermeister, Gersheim; Chantal Grandpair, Friseurmeisterin, Kaiserslautern; Gunter Grünthal, Steinmetz- und Steinbildhauermeister, Kaiserslautern; Jochen Hoffmann, Feinwerkmechanikermeister, Bann; Hannes Knoll, Zimmerermeister, Otterstadt; Andreas Losigkeit, Maler- und Lackierermeister, Göcklingen; Johannes Metzmann, Tischlermeister, Kleinkarlbach; Andreas Müller, Installateur- und Heizungsbauermeister, Föckelberg; Boris Stölp, Elektrotechnikermeister, Linden.