Freizeitbeschäftigung und Berufsorientierung in den Sommerferien

Ferienwerkstatt in der Handwerkskammer

In den ersten beiden Wochen der Sommerferien nutzten insgesamt 55 Schüler die Möglichkeit, in den Werkstätten des Kaiserslauterer Berufsbildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer in verschiedene Handwerksberufe hinein zu schnuppern. Doch nicht nur schauen, sondern selbst machen, lautete die Devise: Die eigenhändige Herstellung eines Modellautos mit individueller Lackierung und Folierung oder alternativ eines funktionsfähigen 3D-Druckers stand auf dem Programm.

Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren probierten begeistert die Profi-Werkzeuge und Maschinen aus, die in den Werkstätten, in denen sonst die überbetriebliche Ausbildung oder gar Meisterausbildung stattfinden, bereitlagen.

Nach dem Motto „Probier dich aus“ konnten die Teilnehmer je nach Projektauswahl entweder in die Berufe des Fahrzeuglackierers und des Metallbauers oder in das Feinwerkmechaniker- und das Informationselektroniker-Handwerk Einblick nehmen.

„Ich wollte mal wissen, wie es ist, mit Metall zu arbeiten“, begründete der 12-jährige Louis seine Entscheidung, an der Ferienwerkstatt mitzuwirken. Zu Hause hat er bereits mit dem Werkstoff Holz gebastelt. Seine Mutter hatte von dem Angebot der Handwerkskammer erfahren und ihn darauf aufmerksam gemacht. Seine spontane Zustimmung hat er nicht bereut: Es gefalle ihm sehr gut hier und er sei begeistert von dem Fahrgestell, das er gerade anfertige.

Die Handwerkskammer möchte mit diesem Projekt Jugendliche und Kinder dazu ermutigen Handwerk auszuprobieren und herauszufinden, wo ihr Talent liegt. Damit verbindet die Kammer die Hoffnung, mehr Jugendliche von der Attraktivität des Handwerks zu überzeugen und sie vielleicht für eine Ausbildung zu gewinnen. Auch die hervorragenden beruflichen Karriereaussichten durch eine Fortbildung zum Meister sprechen für eine Ausbildung im Handwerk.

Die Landesregierung fördert die Feriencamps und –werkstätten, die in den Sommerferien landesweit in allen Handwerkskammern angeboten werden. Schrauben, hämmern, bohren und lackieren: Den jungen Leuten wurde ein interessantes und überraschendes Programm geboten. Betreut und geduldig angeleitet wurden die Gruppen von den Ausbildungsmeistern der Handwerkskammer, denen die Arbeit mit den Jugendlichen viel Spaß gemacht hat. Das ganzheitliche Abarbeiten eines Projektes sowie die Kombination von handwerklichem Geschick und Kreativität gab den ein oder anderen Impuls für die eigene berufliche Orientierung.

Die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorstellungen verwirklichen zu können und die Freude am Beruf seien ausschlaggebende Faktoren bei der Berufswahl, so der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Ralf Hellrich.

Von den insgesamt 55 Schülern kam fast die Hälfte aus Gymnasien und ein fast ebenso hoher Anteil aus der Integrierten Gesamtschule. Einzig mehr Beteiligung von Mädchen hätte man sich gewünscht, die den Berufen des Handwerks offensichtlich noch etwas skeptisch gegenüberstehen.

Am Ende der Woche wurden die Eltern der Jugendlichen zu einem Eltern-Café eingeladen um gemeinsam mit den Teilnehmern und der Handwerkskammer ein Resümee zu ziehen. Die Kammer möchte sich mit den Eltern austauschen und herausfinden, ob dieser Ansatz auch zukünftig weiterverfolgt werden kann. Darüber hinaus erhalten die Eltern Informationen darüber, wie die Kammer Jugendliche bei der Suche nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz unterstützt.

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