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Isabel Mayer - HWK Trier

Appell in Brüssel: Handwerk bei Umsetzung der Klimawende unterstützen und entlastenGreen Deal - das Handwerk packt an!

Das Handwerk spielt eine entscheidende Rolle, das Ziel des „Green Deal“ in der Europäischen Union (EU) umzusetzen: Für das Handwerk sind damit nicht nur Chancen, sondern auch neue Herausforderungen verbunden. Diese Aspekte standen im Mittelpunkt der Netzwerk-Veranstaltung „Green Deal – das Handwerk packt an“, zu der Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, die Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern sowie die rheinland-pfälzische Staatskanzlei nach Brüssel eingeladen haben.

„Ohne das Handwerk ist die Erreichung der europäischen Klimaziele nicht möglich“, betonte Kurt Krautscheid, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz. Er appellierte an die Politik, die derzeit durch Pandemie, Fachkräftemangel, Materialengpässe sowie Ukrainekrieg herausgeforderten Betriebe durch weitere Anforderungen und Auflagen nicht noch mehr zu belasten. „Gerade kleine Unternehmen sind überproportional von Bürokratie betroffen. In vielen Fällen müssen sie identische Anforderungen wie Großunternehmen erfüllen, ohne auch nur annähernd vergleichbare Ressourcen zu haben“, sagte Krautscheid.

„Nachhaltigkeit liegt in der DNA der Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz. Als wichtiger Motor der regionalen Wirtschaft erkennen sie Trends und leben den Begriff Nachhaltigkeit im besten Sinne. Sie stellen ihre Betriebe nicht nur mit dem Blick auf die nächste Bilanz, sondern für die nachfolgende Generation – oft aus der eigenen Familie – auf“, sagte Ministerin Schmitt. „Dabei ist es wichtig, an der Spitze einer Bewegung zu sein, um ökonomisch zu profitieren.“ Schmitt appellierte auch an junge Menschen, die sich um das Klima sorgen, den Weg ins Handwerk zu suchen: „Gesellschaftliches Engagement ist wichtig, aber wer eine Ausbildung im Handwerk beginnt, kann ganz praktisch etwas gegen den Klimawandel unternehmen. Werdet Klimahandwerker! Ohne euch wird die Klimawende nicht gelingen.“

Über die Ansätze zur Umsetzung der Klimaziele diskutierten auf dem Podium Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, Tim Krögel, Leiter der Vertretung des ZDH-Büro Brüssel, gemeinsam mit Ministerin Schmitt. Wo Handwerksbetriebe in Sachen Green Deal die großen Herausforderungen und Chancen bei der Umsetzung der Klimaziele sehen, erläuterten Eric Schaaf, Geschäftsführer Die Tischlertekten GmbH & Co. KG aus Großmaischeid, Melanie Temmes, Inhaberin Metzgerei Gries aus Waldmohr, und Michael Zimmermann, Geschäftsführer Zimmermann Bedachungen GmbH aus Ockenheim. Sie präsentierten zudem ihre unterschiedlichen Schwerpunkte zum Paket Fit für 55. 

„Keine Frage, das Handwerk steht für die Umsetzung der Ziele des Green Deal bereit“, sagte Bernd Elsen, Vizepräsident der Handwerkskammer Trier, in Brüssel. „Als Mitgestalter der Klimawende brauchen unsere Handwerksbetriebe klare Rahmenbedingungen und einen verlässlichen Fahrplan der EU sowie der einzelnen Mitgliedstaaten“, betonte er. „Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen und weltpolitischen Lage sollten Klimaziele so langfristig wie möglich gelten.“

Die Betriebe stünden ohnehin an der Grenze der Belastbarkeit: „Krieg in der Ukraine, Engpässe und Preisexplosionen bei den Rohstoffen, Fachkräftemangel, Corona: Die Belastungsgrenze der Unternehmen ist definitiv erreicht! Wir dürfen den Betrieben nicht noch mehr aufbürden! Stichwort Bürokratie: Die Politik verspricht schon seit Jahrzehnten Erleichterungen. Aber es wird immer komplizierter. Die Handwerker sind hier oft überfordert. Die Regelungen müssen klar und eindeutig sein. Die Dokumentation ist auf das Allernotwendigste zu beschränken. Wir brauchen zur Klimawende nämlich mehr Handwerk, dafür weniger Gängelung durch Vorschriften und Schreibkram!“

Um die Vorhaben möglichst zügig umzusetzen, sei vor allem auch die Politik gefordert, notwendige Maßnahmen zur Deckung des Fachkräftebedarfs in Europa zu ergreifen. „Als wesentlicher Baustein dafür muss die berufliche Bildung gestärkt werden“, forderte der Elektromeister aus Speicher in der Eifel.

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Rita Petry

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