12.01.2026Perspektive Handwerk in Krisenzeiten
Die Handwerkskammer der Pfalz verzeichnete zum Ende des Jahres 2025 fünf Prozent mehr neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Kammerbezirk.
Das pfälzische Handwerk erweist sich einmal mehr als Stabilitätsanker in der Krise: Trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation beendete die Handwerkskammer der Pfalz das Jahr 2025 mit einem deutlichen Zuwachs von gut fünf Prozent an neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen gegenüber dem Vorjahresmonat. Mit diesem Ergebnis liegt die Kammer an der Spitze der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern. 2.239 neue Lehrverträge wurden im vergangenen Jahr in die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer eingetragen, davon 285 Absolventen mit Abitur oder Fachhochschulreife. Auch diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.
Unter den am 31. Dezember 2025 insgesamt 5.407 bestehenden Ausbildungsverhältnissen im pfälzischen Handwerk befinden sich 831 weibliche Auszubildende (15,4 %). Auch wenn diese Zahl gerne noch deutlich höher sein dürfte, ist es erfreulich, dass die Stadt Kaiserslautern mit einem Anteil von gut 20 Prozent Frauen in der Ausbildung knapp 5 Prozent über dem Wert des Kammerbezirks und auch des Landkreises (13,7 %) liegt.
Die positive Tendenz ist auch unter den Top 12 Ausbildungsberufen in der Pfalz erkennbar: So war der Beruf des/r Kfz-Mechatronikers/in mit 437 neu eingetragenen Ausbildungsverträgen per Ende Dezember am beliebtesten, wenngleich die Zahl um drei Prozent niedriger als im Vorjahresmonat lag. Auf Platz zwei der beliebtesten Ausbildungsberufe lagen die Elektroniker/innen mit 322 neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen und damit einem Zuwachs von 19 Prozent. Auf Platz 3 folgten die Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatech-nik (SHK) mit 318 neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen und damit einem Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Zurückzuführen ist die erfreuliche Ausbildungssituation im pfälzischen Handwerk zum einen auf die vielfältigen und zahlreichen Berufsorientierungsmaßnahmen der Handwerkskammer der Pfalz. Dazu gehören die regelmäßigen Angebote für Jugendliche und Schüler*innen wie z.B. Ferienwerkstätten und BO-Tage in den Berufsbildungs- und Technologiezentren der Kammer in Ludwigshafen, Kaiserslautern und Landau. Darüber hinaus haben die Mitarbeiter*innen der Handwerkskammer im Jahr 2025 vor Ort in den Schulen des Kammerbezirks bei 107 Berufsorientierungsveranstaltungen den Schülerinnen und Schülern sowie auch deren Eltern und Lehrkräften die Berufe und die Karriereperspektiven des Handwerks vorgestellt. Dabei wurde 47 mal das Berufsorientierungsmobil "BOMO" mitgebracht, 38 mal waren die Ausbildungsbotschafter der Kammer im Einsatz. Auch die pfälzischen Handwerksbetriebe beteiligen sich rege an Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und bieten aktuell 328 freie Praktikumsplätze an, um jungen Menschen Einblicke in den betrieblichen Alltag zu ermöglichen.
Die "Coaches für betriebliche Ausbildung" der Handwerkskammer der Pfalz haben im letzten Jahr 176 Jugendliche in eine betriebliche Ausbildung vermittelt, davon 76 mit Migrations- und Fluchthintergrund. Zusätzlich konnte die Kammer 54 Personen in eine betriebliche Einstiegsqualifizierung vermitteln, die oft die Tür zu einer Ausbildung öffnet. Möglich wurden diese Vermittlungen durch erfolgreiches Matching, d.h. einer passgenauen Besetzung der freien Ausbildungsstellen in den Betrieben.
Ebenso ist die Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen ein wichtiges Anliegen der Handwerkskammer. Dafür zeichnen neben den Ausbildungsberatern die Mitarbeiter*innen des Projektes "Ausbildungsbetreuung zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen" verantwortlich. Allein durch das Projekt konnten im letzten Jahr 77 Ausbildungsabbrüche verhindert werden.
"Wir freuen wir uns über jeden, der den Weg ins Handwerk einschlägt. Eine Ausbildung im Handwerk ist immer eine gute Entscheidung mit besten Karriereperspektiven, gerade jetzt in der krisengeschüttelten Wirtschaft. Zum Beispiel gibt es im Handwerk viele technisch anspruchsvolle und kreative Berufe, die sich auch sehr gut für Abiturienten eignen und eine hervorragende Alternative zum Studium sind", sagt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz, Dr. Till Mischler.
Jeder, der Interesse an einer Ausbildung im Handwerk hat, kann sich bei der Handwerkskammer der Pfalz melden.
Kontakt: Team Ausbildung, Tel. 0631 3677-270; E-Mail: ausbildung@hwk-pfalz.de.