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5 Fragen an unsere Sachverständigen

Interview - 19.02.2021 - erschienen in: Deutsches Handwerksblatt Nr. 3, Regionalausgabe Pfalz

Drei öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige der Handwerkskammer der Pfalz im Gespräch über Fachkompetenz, Charakterstärke und warum es sich lohnt, sich als Sachverständiger zu bewerben.

Von Augenoptiker über Gebäudereiniger bis hin zum Zimmermann – im Kammerbezirk der Handwerkskammer der Pfalz gibt es derzeit 57 Sachverständige in 26 Gewerken. Darunter auch Dieter Allenbacher aus Bosenbach, Sachverständiger für das Installateur- und Heizungsbauerhandwerk, Armin Muschler aus Offenbach an der Queich, Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk, und Helmut Schreider aus Frankenthal, Sachverständiger für das Tischlerhandwerk. Die drei ausgewiesenen Experten geben einen Einblick in das Tätigkeitsfeld eines Sachverständigen und sprechen über die Erfahrungen, die sie im Laufe ihrer jahrelangen Tätigkeit sammeln konnten.

Handwerkskammer: Was hat Sie dazu bewogen, sich als Sachverständiger Ihres Gewerks bei der Handwerkskammer öffentlich bestellen und vereidigen zu lassen? Immerhin sind dafür besondere Nachweise der Fachkenntnis und eine Prüfung erforderlich.

Allenbacher: Bereits der Chef meines Ausbildungsbetriebes war Sachverständiger, was schon während der Ausbildung mein Interesse geweckt hat. Meine gute Ausbildung und der Abschluss als Jahrgangsbester bei der Meisterprüfung im Saarland legten letztlich das Fundament dafür, 2006 die Ausbildung zum Sachverständigen zu machen.

Muschler: Ich hatte schon immer sehr großes Interesse an der Fachtechnik meines Handwerks. Durch meine langjährige Tätigkeit in Gesellen- und Meisterprüfungsausschüssen war ich bezüglich meines Fachwissens immer up to date. Als mir vor fast 20 Jahren die Frage gestellt wurde, ob ich mir die Tätigkeit als Sachverständiger vorstellen könnte, wurde mein Interesse geweckt. Zweifelsfrei waren die erforderlichen Nachweise mit einigen Mühen verbunden, jedoch bereue ich diesen Schritt bis heute nicht.

Schreider: Trotz der Nachweise hat mich in erster Linie der Reiz dazu bewogen, mich persönlich ständig durch Weiterbildung fachlich weiterzuentwickeln und hinzulernen zu können.

Handwerkskammer: Was sind die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

Allenbacher: Ich erstelle vor allem Gerichts- und Privatgutachten und halte Fachseminare. Außerdem habe ich im Jahr 2006 gleichzeitig mit der Ausbildung als Sachverständiger auch den Energieberater des Handwerks absolviert. Diese Fachgebiete ergänzen sich hervorragend.

Muschler: Klassische Schwerpunkte gibt es nicht. Meine Auftraggeber sind zu etwa 60 Prozent die umliegenden Amts- und Landgerichte und zu etwa 40 Prozent private und gewerbliche Auftraggeber. Ein großer Trend sind derzeit Aufträge von Bauträgern, die baubegleitend meine Beratung und Überwachung in Anspruch nehmen.

Schreider: Ich begutachte hauptsächlich Arbeiten des Schreiner- bzw. Tischlerhandwerks. Dabei reicht die Palette von der Überprüfung der Montage von Fensterelementen oder Türelementen über die Küchenherstellung bzw. -montage bis hin zu angefertigten Einbaumöbeln.

Handwerkskammer: Was schätzen Sie an der Arbeit als Sachverständiger am meisten?

Allenbacher: Aus den Fehlern anderer zu lernen, denn ich sehe meistens, wie man es nicht machen sollte. Das bringt einen Lerneffekt und damit Mehrwert für den eigenen Betrieb. So profitieren auch die Mitarbeiter davon. Außerdem kann man dem Fall vorbeugen, selbst in die Lage zu kommen, wie sie sich in den bearbeiteten Fällen darstellt.

Muschler: Die immer wieder neu entstehenden Herausforderungen: Probleme und deren Ursachen finden, erkennen, verständlich erklären und Lösungsvorschläge entwickeln. Außerdem erfahre ich Wertschätzung und Dankbarkeit für die geleistete Arbeit als Sachverständiger. Mir selbst ist es wichtig, immer wieder Neues zu lernen und auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben.

Schreider: Am meisten schätze ich die Erfahrungen, die man selbst sammeln kann. Mir war es schon immer wichtig, exakt, fachlich richtig und transparent zu arbeiten. Das kommt mir bei meiner Ausübung als Sachverständiger sehr zu Gute. Zudem arbeite ich ständig auf dem neuesten Stand der Technik und mit einem großen Regelwerk.

Handwerkskammer: Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, um die Tätigkeit als Sachverständiger erfolgreich ausüben zu können?

Allenbacher: Als Voraussetzungen sollten sehr gute Fachkenntnisse, genügend Zeit und eine wirkliche Bereitschaft, diese Tätigkeit ausüben zu wollen, mitgebracht werden.

Muschler: Man sollte großes Interesse für sein Handwerk haben. Außerdem ist Kommunikationsfähigkeit – auch in angespannten Situationen, beispielweise vor Gericht oder bei Ortsterminen – sehr wichtig. Und natürlich braucht man ein überdurchschnittliches Fachwissen in seinem Handwerk.

Schreider: Man sollte genau sein und ins Detail gehen können. Und man sollte wissen, wovon man spricht – eigentlich eine Voraussetzung als Meister seines Gewerks. Wer seinen Beruf versteht und entsprechend zuverlässig arbeitet, hat die nötige Kompetenz, um als Sachverständiger tätig zu sein. Auch ein großes Maß an Objektivität beim Ortstermin und bei der Erstellung eines Gutachtens ist sehr wichtig.

Handwerkskammer: Sachverständige werden händeringend gesucht. Was würden Sie anderen Handwerkern empfehlen, die noch unschlüssig sind, ob sie Sachverständiger werden möchten?

Allenbacher: Wenn ein Handwerker die genannten Voraussetzungen erfüllt, kann ich ihm nur empfehlen, Sachverständiger zu werden. Außerdem kann man durch die Weiterbildung und die Praxiserfahrung sehr viel Hintergrundwissen sammeln, das für andere Bereiche – beispielweise den eigenen Betrieb – wertvoll ist.

Muschler: Ich würde empfehlen, den ersten Schritt zu machen, denn man stellt in der Folge fest, dass die Tätigkeit Spaß macht und man selbst mit den gestellten Anforderungen wächst. Den Mut haben, etwas Neues zu unternehmen, mit dem Hintergrund, dass ein Sachverständiger aus einem speziellen Handwerk eine höhere Fachkompetenz vorweisen kann und für Problemlösungen besser geeignet ist als ein „allgemeiner Bausachverständiger“.

Schreider: Einfach ausprobieren: Mit jedem Gutachten lernt man dazu, es geht leichter von der Hand und die gesammelten Erfahrungen helfen bei jedem weiteren Gutachten – und auch im eigenen Berufsleben

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Dieter Allenbacher







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Armin Muschler







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Helmut Schreider

Zur Sache
Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige stellen ihr umfassendes Fachwissen Gerichten, Privatpersonen, Behörden und Organisationen zur Verfügung. Ihre Aufgabe besteht in der sachlich fundierten Begutachtung von handwerklichen Leistungen und Produkten hinsichtlich Qualität und Preis. Wer Sachverständiger werden will, muss entweder in die Handwerksrolle der Handwerkskammer der Pfalz eingetragen oder in einem Handwerksunternehmen tätig sein und die handwerksrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Neben der persönlichen Eignung ist der Nachweis der besonderen Sachkunde zu führen. Außerdem müssen Unparteilichkeit und Unabhängigkeit gewährleistet sein. Die Handwerkskammer ist kraft Gesetzes berechtigt, entsprechend qualifizierte Personen nach erfolgreichem Bewerbungsverfahren öffentlich zu bestellen und zu vereidigen. Kontakt: Ursula Stange, Tel.: 0631/3677-128; ustange@hwk-pfalz.de.