10.03.2026Forderungen der Handwerkskammer der Pfalz zur Landtagswahl 2026
"Das Handwerk braucht die verlässliche Unterstützung der Politik, um auch künftig stark zu bleiben und seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern", betonen Dirk Fischer und Dr. Till Mischler, Präsident und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz.
Die scheidende Landesregierung habe hierfür bereits wichtige Impulse gesetzt – etwa mit Förderprogrammen zur Berufsorientierung oder den Aufstiegsboni I und II. Gleichwohl seien weitere Anstrengungen erforderlich. Dazu gehörten insbesondere gezielte Investitionsprogramme zur Förderung der Digitalisierung im Handwerk oder die Einführung eines sogenannten Praxis-Checks, mit dem neue gesetzliche Regelungen auf ihre Praxistauglichkeit und ihre Auswirkungen auf Handwerksbetriebe überprüft werden.
Denn die Betriebe in der Region stehen weiterhin vor großen Herausforderungen: steigende Kosten, schwache Nachfrage, Fachkräftemangel und zunehmende bürokratische Anforderungen belasten viele Unternehmen.
"Damit Handwerksbetriebe auch morgen noch Leistungen erbringen, Ausbildungsplätze sichern, Innovationen vorantreiben und stabile Beschäftigung gewährleisten können, benötigen wir Rahmenbedingungen, die den heutigen Realitäten gerecht werden", erklärt Fischer.
Handwerksorganisationen wie die Handwerkskammern sollten künftig deshalb noch stärker als praxisnahe Berater in Gesetzgebungsverfahren eingebunden werden. "Zudem erwarten wir von der Politik eine aktive Unterstützung bei der Betriebsnachfolge sowie gezielte Anreize für Unternehmensübernahmen", so der Präsident weiter.
Die Forderungen des pfälzischen Handwerks stützen sich auf ein Positionspapier der rheinland-pfälzischen Handwerksorganisationen. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz, dem Unternehmerverband Handwerk Rheinland-Pfalz und dem Landesverband der Kreishandwerkerschaften Rheinland-Pfalz hat die Handwerkskammer fünf zentrale Kernforderungen formuliert. Damit bündeln die Organisationen die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Handwerk gleichermaßen.
"Wir erhoffen uns außerdem, dass die neue Landesregierung mehr Geld in Bildung investiert", betont Dr. Mischler. "Bildung ist das wertvollste Gut unserer Gesellschaft. Sie sichert die Fachkräfte von morgen. Deshalb ist es wichtig, dass junge Menschen die Schule mit sicheren Grundkenntnissen im Lesen, Schreiben und Rechnen verlassen – egal, welche Schulform sie besuchen." Um dies sicherzustellen, seien beispielsweise eine qualitativ hochwertige Ganztagsbetreuung an allen Schulen und verbesserte Personalschlüssel erforderlich. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, Lehrkräfte durch sozialpädagogische Fachkräfte zu unterstützen, sodass sie sich verstärkt auf die Vermittlung der Unterrichtsinhalte konzentrieren können.
Der Hauptgeschäftsführer spricht sich zudem dafür aus, die Berufsorientierung weiter auszubauen. So sollten etwa zusätzliche Praxisphasen fest in der Schullaufbahn verankert werden – auch an Gymnasien. "Praktikumswochen in unterschiedlichen Branchen können das Erfahrungsspektrum junger Menschen deutlich erweitern und zugleich die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung anschaulich vermitteln", betont er.
Die vollständigen Forderungen des rheinland-pfälzischen Handwerks zur Landtagswahl 2026 – des Weiteren zu den Themen Bürokratieabbau, Modernisierung der Infrastruktur und Wohnungsbau – finden Sie im Downloadbereich.