07.12.2012Gute Wirtschaftslage, schwierige Ausbildungs- und Fachkräftesituation
Vollversammlung der Handwerkskammer der Pfalz verabschiedet
Wirtschaftsplan 2013
Die Vollversammlung der Handwerkskammer der Pfalz hat den Wirtschaftsplan für das Jahr 2013 verabschiedet. Die Summe der Aufwendungen und Erträge beläuft sich auf rund 18,7 Millionen Euro. Vor der Versammlung, die sich aus 28 Arbeitgeber- und 14 Arbeitnehmervertretern zusammensetzt, nahm Präsidentin Brigitte Mannert zur derzeitigen Wirtschafts-, Ausbildungs- und Fachkräftesituation im pfälzischen Handwerk Stellung.
In ihrem Sachstandsbericht konnte Mannert eine gute wirtschaftliche Bilanz im pfälzischen Handwerk vorlegen. Der Handwerkskonjunktur habe zwar die Dynamik und Einheitlichkeit des Jahres 2011 gefehlt, das Konjunkturbarometer im Handwerk habe sich aber auch in diesem Jahr „immer noch auf einem hohen Niveau bewegt“. 84 Prozent der Betriebe hätten bei der Herbstumfrage der Handwerkammer der Pfalz zur Wirtschaftslage ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend eingestuft. Das seien zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr, aber immer „noch ein sehr guter Wert“.
„Auf der Sonnenseite der Konjunktur“ stehen nach Mannerts Ausführungen die Bau- und Ausbauhandwerke, die zu 90 Prozent ihre Lage als gut oder zufriedenstellend eingeschätzt haben. Hier hätten „günstige Hypothekenzinsen, eine robuste Arbeitsmarktlage mit steigenden real verfügbaren Einkommen sowie der Trend, vorhandenes Vermögen in Immobilien anstatt in Finanzprodukte zu investieren“ diese Entwicklung gefördert. Weniger gut sei dagegen die Entwicklung in den Kfz-Handwerken, in den Nahrungsmittelhandwerken und in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf gewesen.
Als „weniger positiv und dynamisch“ charakterisierte die Kammerpräsidentin die Entwicklung der Umsätze. Trotz der guten Geschäftslage am Bau, seien die Gesamtumsätze im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Während vor einem Jahr rund 22 Prozent der befragten Unternehmen rückläufige Erlöse gemeldet hätten, seien es in diesem Jahr schon 26 Prozent. Trotz einer weiterhin optimistischen Stimmung für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung sei deshalb fraglich. „ob das wirtschaftliche Hoch des Handwerks im kommenden Jahr Bestand haben wird“.
Vor diesem Hintergrund forderte Mannert von Bund und Ländern Entscheidungen in den im Vermittlungsausschuss strittigen Themen zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung und bei den Korrekturen am Einkommensteuertarif. In Zusammenhang mit steigenden Umlagen und Kosten aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz forderte Mannert, nicht nur Großunternehmen, sondern durch die „Einführung eines stromsteuerfreien Sockelbetrags auch die energieintensiven kleinen und mittleren Betriebe des Handwerks zu entlasten“.
Zur aktuellen Ausbildungs- und Fachkräftesituation sagte Mannert, dass es für Handwerksbetriebe immer schwieriger werde, offene Ausbildungsplätze und Stellen zu besetzen. Dies zeige sich unter anderem daran, dass die Zahl der Lehrvertragseingänge bei der Handwerkskammer gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent gesunken sei. Quer durch alle Handwerksbranchen seien „Lehrlinge und Fachkräfte händeringend gesucht, aber einfach nicht zu bekommen“. Deshalb sei es zwingend erforderlich „alle Potenziale zu nutzen, um Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen und die Attraktivität der beruflichen Bildung in den Mittelpunkt zu rücken“.
In Zusammenhang mit der Fachkräftesicherung wurde von der Vollversammlung einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der sich die Vollversammlung für Tarifverträge und für die Tarifbindung im Handwerk sowie für die Tarifpartnerschaft mit den Gewerkschaften ausspricht.