Mobilitätsberaterin Francesca Venturella mit Nikolas Janson
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Mobilitätsberaterin Francesca Venturella mit Nikolas Janson

"Ich freue mich schon auf die Arbeit an den Trucks"

Landmaschinenmechaniker-Geselle Nikolas Janson lebt und arbeitet drei Monate in Kanada

   
Wald und Forstarbeit waren schon immer seine große Leidenschaft: Nikolas Janson aus Ludwigswinkel bei Dahn hat bereits als Kind gerne seinen Vater bei Waldarbeiten begleitet und auch im Forstbetrieb seines Bruders mitgeholfen – was lag da näher, als eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker zu machen? Nach der am 1. April dieses Jahres erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung bei der Firma Petri + Söhne in Dannstadt-Schauernheim, übernahm sein Ausbildungsbetrieb den 22-Jährigen.

Auf die Idee, für eine Weile nach Kanada „auszuwandern“ hat ihn ein Freund gebracht, der ebenfalls einige Zeit in den Weiten Kanadas als Landmaschinenmechaniker arbeitete. Die großen Waldflächen Kanadas eignen sich schließlich hervorragend für den Einsatz größter Landmaschinen. So reifte allmählich der Entschluss, drei Monate Berufserfahrung in Kanada zu sammeln. Gesagt – getan! Der Familienrat begrüßte die Entscheidung und unterstützte Janson in seinem Vorhaben, da ihn nach eigenem Bekunden ein derartiger Auslandsaufenthalt sowohl in seiner persönlichen als auch beruflichen Entwicklung einen großen Schritt nach vorne bringen wird. Nebenbei möchte er auch seine Englischkenntnisse während dieser Zeit verbessern.

Bei der Organisation der Reise stand ihm Francesca Venturella, die Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer, mit Rat und Tat zur Seite. Und es gab eine Menge zu organisieren! Da war es sehr hilfreich, jemanden im Hintergrund zu wissen, der genau wusste was zu tun war. Viele Formulare und Anträge waren auszufüllen und ein ausführlicher Lebenslauf zu schreiben. Bei alledem unterstützte ihn Venturella vom ersten Planungsgedanken bis hin zur Organisation von Unterkunft und Arbeitsplatz. „Der Planungsaufwand ist nicht zu unterschätzen. Ohne Frau Venturellas Hilfe hätte ich das alles gar nicht geschafft“, bekennt der junge Mann.

Janson lebt und arbeitet in Kanada auf einer rund 14.000 Quadratkilometer großen Farm in Lipton, die bereits in dritter Generation in Familienhand ist. Dort wird er zwar mit der Familie, jedoch in einem separaten Apartment wohnen. Für ihn ist es die erste Reise nach Kanada. Die ersten Tage wird er dort zunächst mit allerlei Formalitäten wie der Eröffnung eines Bankkontos beschäftigt sein, doch schon bald wird er in den Arbeitsalltag der Gastfamilie integriert sein.

Gefördert wird der Aufenthalt von der Schorlemer-Stiftung des Deutschen Bauernverbandes in Berlin, den Flug zahlt Janson selbst. Die Stiftung erstattet ihm nach seiner Rückkehr einen Betrag in Höhe von 800 Euro. Sein Arbeitgeber hat ihn für die Zeit der Reise freigestellt und eine großzügige Lösung für seine Entlohnung gefunden: So erhielt er die letzten drei Monate, die er im Betrieb arbeitete, nur 50 Prozent seines Lohnes, die andere Hälfte erhält er während seiner Abwesenheit. Schließlich hat er bereits eine eigene Wohnung, die auch während der Abwesenheit fixe Kosten verursacht. Zudem ist er so während der Zeit in Kanada weiterhin sozialversichert. Auch von seinem Arbeitgeber in Kanada erhält er eine Entlohnung.

Zudem hat der rührige junge Mann im Frühjahr bereits eine eigene Firma gegründet, über die er Ersatzteile für Landmaschinen vertreibt.

„Auch wenn ich mich erst einmal im Land zurechtfinden muss, ich freue mich riesig darauf“, meint Janson. „Ich bin gespannt, wie die Kollegen dort arbeiten und wie das Leben da ist.“ Er erwartet von diesem Aufenthalt, dass er viele neue berufliche Kenntnisse und Erfahrungen in seinen eigenen Arbeitsbereich nach Deutschland transferieren kann. „Vor allem möchte ich auch mit Maschinen arbeiten, die es hierzulande nur selten oder gar nicht gibt“ freut er sich auf die Aussicht, etwa an einem der riesigen Trucks arbeiten zu dürfen. Auch sein Arbeitgeber in Deutschland wird sicherlich von dem Auslandsaufenthalt profitieren.

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