Konjunkturbericht Frühjahr 2013

Lang anhaltender Winter und Umsatzrückgänge trüben Wirtschaftslage 

Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer der Pfalz bei ihren Mitgliedsbetrieben ermittelt Stimmungsumschwung im Handwerk 

Der lange Winter und rückläufige Umsätze haben die Stimmung im pfälzischen Handwerk eingetrübt. Dies ergibt die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer der Pfalz bei 2.500 ausgewählten Handwerksbetrieben. Aktuell bewerten 73,9 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut oder zufriedenstellend. Im Frühjahr 2012 waren dies noch 82,5 Prozent. 

Eine um 5,7 beziehungsweise 5,9 Prozentpunkte schwächere Zufriedenheit in den Bau- und Ausbauhandwerken und gar um 8,1 Prozentpunkte bei den Handwerken des gewerblichen Bedarfs, zu denen neben den Metallbauern auch die Feinwerkmechaniker, Kälteanlagebauer und Informationstechniker zählen, belegen, dass der Bau- und Ausbau und die Handwerke für den gewerblichen Bedarf eine saisonale Verschnaufpause einlegen; lahm sind sie aber nicht. So beurteilen in den besagten Branchen immer noch 74,2 Prozent (Bau), 79,2 Prozent (Gewerblicher Bedarf) und 81,1 Prozent der Ausbauhandwerker die aktuelle Geschäftslage als befriedigend oder gut. Der lange Winter hat jedoch zu Auftragsverzögerungen geführt, wodurch sich auch der leichte Anstieg der Auftragsvorlaufzeit von 7,3 Wochen im vergangenen Frühjahr auf 7,5 Wochen erklären lässt. 

Insgesamt betrachtet, befindet sich die Auslastung der Betriebe auf einem vergleichsweise leicht schwächeren Niveau. So erklären 34,9 Prozent, eine betriebliche Quartalsauslastung von über 80 Prozent aufzuweisen. Im Vorjahr waren dies noch 40,3 Prozent der befragten Betriebe. Besonders schwach scheint demzufolge die betriebliche Auslastung aktuell bei den Kfz-Betrieben zu sein. So liegen 80 Prozent der Werkstätten unter einer Auslastung von 90 Prozent. 

Traditionell werden die Einschätzungen zur konjunkturellen Lage maßgeblich durch die erfahrene Entwicklung der Umsätze beeinflusst, und es verwundert daher nicht, dass sich diesbezüglich ein ähnliches Meinungsbild abzeichnet. So berichten insgesamt 54,4 Prozent der befragten Betriebe von gestiegenen oder gleich hohen Umsätzen im ersten Quartal 2013. Im Vorjahr waren dies noch 64,6 Prozent. Die vergleichsweise geringsten Einbußen mussten dabei die Zuliefererbetriebe und die Ausbauhandwerker hinnehmen, die aufgrund einer Werkstattfertigung beziehungsweise eines bestehenden Auftragsbestands im Bereich der Inhouse-Sanierung größtenteils witterungsunabhängig agieren konnten. Ganz anders im Bauhauptgewerbe, den Kfz-Betrieben, den Nahrungsmittelherstellern und den Handwerkern für den persönlichen Bedarf (zum Beispiel Friseurbetriebe, Kosmetikinstitute, Textilreinigungen, Fotografen). Nur noch jeder zweite Betrieb verzeichnete zumindest konstante Umsätze. Von den befragten Gesundheitshandwerkern berichten gar 75 Prozent von rückläufigen Umsätzen. 

Die Erwartungshaltungen für den weiteren Jahresverlauf sind aber auch hier positiv. So rechnen insgesamt 82 Prozent mit einer Erholung der betrieblichen Umsätze in den kommenden Quartalen; allen voran die befragten Unternehmen des Bauhauptgewerbes sowie die Nahrungsmittelhandwerker. 

Sehr kritisch sehen hingegen alle Branchen die Entwicklung der Rohstoffpreise und Materialkosten. Diese sind bei 46,1 Prozent der Betriebe angestiegen, was vor dem Hintergrund der Tatsache, dass lediglich 17,6 Prozent der Handwerksunternehmen die erhöhten Einstandspreise an den Kunden weitergeben konnten, doppelt schwer wiegt. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei den Nahrungsmittel- sowie den Gesundheitshandwerkern. Und auch ein Ende dieser den Gewinn aufzehrenden Preisspirale ist nach Auffassung der Betriebe nicht in Sicht. So erwarten 52,3 Prozent weiter steigende Einkaufspreise, während nur jeder vierte davon ausgeht, die Preissteigerung an den Endkunden weiterreichen zu können.

GrafikGeschäftslage_Konjunkturbericht_Frühjahr_2013