NJE 2018

Neujahrsempfang 2019

Investitionen in die Zukunft

Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft folgten der Einladung der Handwerkskammer der Pfalz zum traditionellen Neujahrsempfang. Präsidentin Brigitte Mannert begrüßte die Staatssekretärin des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums, Daniela Schmitt, als Gastrednerin.

Rückblickend verwies Mannert auf die gute konjunkturelle Lage des Handwerks im vergangenen Jahr. „Fast alle pfälzischen Handwerksbetriebe hatten alle Hände voll zu tun; das Wirtschaftsjahr 2018 war ein weiteres gutes Jahr für das Handwerk“, so Mannert. Durch den hohen Auslastungsgrad hätten in der letzten Konjunkturumfrage die meisten Betriebe ihre Geschäftslage als mindestens gut bewertet.

Sorge bereite jedoch der anhaltende Mangel an Nachwuchs und Fachkräften. Erfreulich sei dagegen die positive Entwicklung der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse im Kammerbezirk. So habe die Handwerkskammer im vergangenen Jahr mit 2.559 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent zu verzeichnen. Mannert betonte, dass dieser Zuwachs auch den zahlreichen Berufsorientierungsmaßnahmen, der Ferienwerkstatt, den Ausbildungsmessen und Veranstaltungen wie dem Tag des Handwerks zu verdanken sei. Diese Maßnahmen trügen dazu bei, die Attraktivität und Vielfältigkeit der Ausbildungsberufe im Handwerk verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Um diesen Weg weiter zu verfolgen, sollen ab Sommer dieses Jahres junge, erfolgreiche Handwerker als Ausbildungsbotschafter eingesetzt werden, die bei Schülerinnen und Schülern für eine duale Ausbildung im Handwerk werben. Gerade Mädchen entschieden sich immer noch oft für einen kaufmännischen Beruf, dabei sei, so Mannert „gerade das Handwerk ein guter Platz für Frauen“.

Ein weiteres wichtiges Anliegen des pfälzischen Handwerks sei die Stärkung der Meisterqualifikation, die Ausbildung, Qualität und Verbraucherschutz garantiere. Sie appellierte an die Vertreter der Politik, dieses Ziel zu unterstützen und bedankte sich bei der Landesregierung für die Einführung der Aufstiegsboni I und II, die Meister und Existenzgründer zugute kommen.

Im Jahr 2019 investiere die Handwerkskammer rund eine Million Euro in die digitale Transformation, um eine moderne und digitale Ausstattung der Bildungszentren und damit eine hochwertige überbetriebliche Ausbildung zu gewährleisten. Dabei handele es sich um Investitionen in die Zukunft, so Mannert. „Grundsätzlich sind die meisten Handwerksbetriebe dem Thema Digitalisierung gegenüber aufgeschlossen und nehmen sie als Chance wahr“ freute sich Mannert über die rege Nachfrage nach dem Angebot des Digitalisierungsberaters der Handwerkskammer. Aufgrund dieser guten Resonanz habe das Wirtschaftsministerium auch die Fortführung des vom Land geförderten Projektes in Aussicht gestellt.

Staatssekretärin Schmitt lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Handwerkskammer mit dem Wirtschaftsministerium und freute sich über eine starke rheinland-pfälzische Wirtschaft. Sowohl die Export- als auch die Arbeitnehmerquote hätten 2018 ein Rekordniveau erreicht. „Die rheinland-pfälzischen Handwerksbetriebe sind eine tragende Säule der positiven wirtschaftlichen Entwicklung im Land“ stellte sie fest. Nach wie vor habe auch die Landesregierung die Fachkräftesicherung im Fokus. „Wir brauchen ein starkes System der beruflichen Ausbildung, die die Wertschätzung bekommen muss, die sie verdient“, stellte Schmitt fest. Sie betonte die Bedeutung der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung: „Wir müssen eine gute Balance zwischen beiden Karrierewegen finden“. Auch die Integration junger Geflüchteter sei in den vergangenen Jahren im Handwerk besonders gut gelungen: „Hier lebt man den Slogan der Imagekampagne: Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will.“