Sehr gute Noten für die Betriebsberatung
Die kostenfreie Beratungs- und Serviceleistung der Handwerkskammer der Pfalz bewegte sich 2012 auf einem sehr hohen Niveau
Die Nachfrage nach individuellen betriebswirtschaftlichen Beratungsleistungen war auch im Geschäftsjahr 2012 sehr hoch. Mit einer Dauer von jeweils mehr als drei Stunden wurden insgesamt 834 erfasste Einzelberatungen von den Betriebsberatern der Handwerkskammer der Pfalz durchgeführt. Hinzu kamen acht Gruppenberatungen, Vorträge bei Info-Veranstaltungen sowie zahlreiche Kurzberatungen, telefonische Auskünfte und Informationen. Wie aus der seit 2012 kontinuierlich durchgeführten Befragung zur Überprüfung der Beratungsqualität hervorgeht, beurteilen die betriebswirtschaftlich beratenen Unternehmen und Existenzgründer die Beratungsleistungen ausnahmslos mit „sehr gut“ oder „gut“.
Die Gründungsberatung stellte auch 2012 einen Schwerpunkt der Beratungstätigkeit dar, obgleich von einer tendenziell abnehmenden Gründungsneigung gesprochen werden kann (241 Gründungsberatungen im Vergleich zu 256 im Vorjahr). Restriktivere Förderrichtlinien führten überdies zu einer rückläufigen Zahl der von den Beratern abgegebenen Gutachten zu Anträgen auf Gründungszuschuss. Zum Generationenwechsel im Handwerk und zur Lösung der Nachfolgeproblematik wurden insgesamt 118 Betriebsberatungen durchgeführt (Vorjahr: 115).
Da im Handwerk nur jedes vierte Unternehmen von einer Chefin geleitet wird, bezog sich eine konkrete Maßnahme der Gewerbeförderung darauf, Potenziale von Frauen zu erkennen, auszubauen und zu nutzen. Zur ergänzenden Unterstützung des Übergabeprozesses wurde deshalb unter dem Motto „Nachfolge ist weiblich“ eine Erfahrungsgruppe für Unternehmensnachfolgerinnen gegründet, um diese optimal auf ihre Rolle als Übernehmerinnen vorzubereiten.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Tatsache, dass der Anteil der älteren Betriebsinhaber stetig zunimmt, ist die rechtzeitige Bestimmung eines Stellvertreters bzw. des zukünftigen Betriebsnachfolgers von strategischer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund haben die Betriebsberater der Handwerkskammer der Pfalz unter dem Motto „Was tun, wenn der Chef ausfällt?“ eine Notfallmappe erstellt, die Unternehmern hilft, alle notwendigen Informationen sowie wichtige betriebliche und private Dokumente strukturiert und vollständig zu erfassen. Neben Unternehmensbewertungen haben deshalb auch strategische Nachfolgekonzepte in der Beratung an Bedeutung weiter zugenommen.
Im Vergleich zu den Vorjahren stärker nachgefragt wurden Personalmanagementberatungen zur Erhaltung und Sicherung personeller Kapazitäten vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftebedarfs und drohenden Fachkräftemangels. Als Beratungsleistung wurden in diesem Zusammenhang konkrete Hilfen zur Erstellung eines passgenauen Unternehmensleitbildes und damit zur Verbesserung sowie zur Erhaltung eines guten Betriebsklimas verstärkt angeboten.
Zum Jahresende wurden unter dem Titel „Wir für Sie“ in Kaiserslautern, Landau und Ludwigshafen Informationsveranstaltungen zur Einführung der elektronischen Übermittlung der Jahresabschlüsse an die Finanzverwaltung (E-Bilanz), zu Änderungen im Lohnsteuerabzugsverfahren (ELStAM) sowie zu Änderungen bei der geringfügigen Beschäftigung mit insgesamt rund 300 Teilnehmern durchgeführt.