Vom Arbeitgeber zum Chancengeber

Auftaktveranstaltung des Bündnisses für Integration in Kaiserslautern

 

Erklärtes Ziel des neuen Bündnisses ist die Integration von Migranten in Gesellschaft und Arbeitswelt. Es ist Teil des Pilotprojekts „Integration findet Stadt – Im Dialog zum Erfolg“ der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes. Bündnispartner sind derzeit neben Stadt und Landkreis Kaiserslautern auch die Agentur für Arbeit.

Peter Weißler, Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, Peter Schmidt, Sozialdezernent des Landkreises Kaiserslautern und Dr. Klaus Weichel, Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern, zogen eine Bilanz der bisherigen Situation für Menschen mit Migrationshintergrund in Stadt und Landkreis und beschrieben die zukünftigen Herausforderungen und die damit verbundenen Aufgaben der Bündnispartner.

„Wir befinden uns nicht mehr im akuten Krisenmodus, sondern müssen jetzt die Integration derer vorantreiben, die eine Bleibeperspektive haben“, so der Oberbürgermeister. Wo im Jahr 2015 die Unterbringung und medizinische Versorgung der ankommenden Flüchtlinge vorrangig war, stehe jetzt die Integration in den Arbeitsmarkt an erster Stelle. Dies sei ein langfristiges Ziel und nur gemeinsam zu meistern um den Beteiligten eine dauerhafte Perspektive zu ermöglichen.

Weißler sieht gute Chancen die gesteckten Ziele zu erreichen, da der Arbeitsmarkt in der Region intakt ist und die Arbeitslosenzahlen sinken. Fachkräfte würden dringend gebraucht und wenn es gelinge, etwaige Schwellenängste bei den Arbeitgebern abzubauen, sollte das Vorhaben Integration gelingen. Berufliche Integration sei soziale Integration und dafür sei das Zusammenwirken aller beteiligten Akteure erforderlich.

Im Rahmen der Veranstaltung verabschiedete die Handwerkskammer der Pfalz acht junge Menschen aus Afghanistan, die die sechsmonatige Integrationsmaßnahme „Perspektive für junge Flüchtlinge (PerjuF)“ erfolgreich beendet haben. Aus der Hand von Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich erhielten sie ihre Zertifikate. Besonders erfreulich sei die Tatsache, dass alle jungen Männer aus der Maßnahme einen Ausbildungsplatz gefunden haben, so Hellrich. Neben intensiver sozialpädagogischer Betreuung konnten die jungen Flüchtlinge in modernsten Werkstätten des Berufsbildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer die verschiedensten Handwerke ausprobieren und sich in betrieblichen Praktika auf ihren Ausbildungsberuf vorbereiten.

Gute Beispiele für gelungene Integration stellten Andrea Lanzenstiel, Inhaberin der gleichnamigen Dachdeckerei und Uli Redmann, Geschäftsführer der Gastronomie des TUS Dansenberg, vor.

Redmann schilderte seine durchweg guten Erfahrungen mit einem syrischen Koch, der zwar ohne Qualifikationsnachweise aus seinem Heimatland in die Pfalz kam, jedoch mit einem „Vorkochen“ Gäste und Chef von seinen Kochkenntnissen überzeugen konnte. Für ihn hat sich diese praktische Herangehensweise bewährt um einen Einstieg in den Beruf zu finden.

Andrea Lanzenstiel berichtete von drei afghanischen Praktikanten in ihrem Betrieb und den Nachwuchssorgen, die die Dachdeckerei hat. Sie beklagte die anfänglichen Probleme bei der Zusammenarbeit der beteiligten Stellen wobei sie die Handwerkskammer lobend hervorhob, die sie damals sehr unterstützt habe. Eine weitere Herausforderung seien Berührungsängste einiger Mitarbeiter mit der ausländischen Kultur gewesen, was sich aber relativ schnell legte. „Integration ist das magische Wort“ konstatierte sie und forderte, dass jeder, der eine Ausbildung macht, eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung erhalten solle.

Eine Informationsbörse mit verschiedenen Teilnehmern wie etwa IHK, Handwerkskammer, Agentur für Arbeit, Hochschule und Universität Kaiserslautern rundete die Veranstaltung ab.

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